Abgebildet ist eins von insgesamt 9 Segmenten, die kreisförmig in drei Gruppen zu je drei Segmenten angeordnet werden.
Auf den Außenseiten sind die Begriffe Frieden, Freiheit und Toleranz in 26 Sprachen in unbestimmter Reihenfolge eingraviert.
Je nach Sonnenstand wird im Tagesverlauf durch den seitlichen Lichteinfall ein anderer Bereich des umlaufenden Schriftbandes sichtbar.
Die computergenerierte Darstellung oben veranschaulicht das gesamte Projekt. Neben den kreisförmig angeordneten Segmenten ist eine Glasstele installiert, die einen kommentierenden Text zu der gegenüber stehenden, hier nicht gezeigten NS-Stele enthält.
Die Glasstele ist so konzipiert, dass sie die Stele des NS-Bauwerks proportional überdeckt, wenn Betrachter:innen einen bestimmten Standpunkt einnnehmen.
Der Denk-Ort versteht sich als künstlerischer Kommentar, der die starre Symbolik eines denkmalgeschützten NS-Bauwerks in eine offene, zukunftsgerichtete Form des Erinnerns überführt.
Während die steinerne Stele des historischen Bauwerks Machtgefälle, Hierarchie und ideologische Geschlossenheit verkörpert, setzt der neu geschaffene Ort auf Zugänglichkeit, Vielstimmigkeit und Reflexion.
Im Zentrum steht ein Kreis aus Granit mit einem Durchmesser von sechs Metern. Seine Form widerspricht der vertikalen Dominanz der Stele. Der Kreis ist niedrig, begehbar, verbindend. Er lädt nicht zum Aufblicken ein, sondern zum Innehalten, zum Verweilen und zum Austausch auf Augenhöhe.
In seine Oberfläche sind die Worte Frieden, Freiheit und Toleranz eingraviert -
Begriffe, die bewusst einfach gewählt sind und dennoch eine universelle ethische Grundlage markieren.
Auf den Außenseiten sind sie umlaufend als Wortband in 26 Sprachen eingraviert, das diese Worte in eine globale Perspektive überträgt.Je nach Sonnenstand verändert sich die Lesbarkeit dieser Wörter.
Das ist Teil einer Neukonzeption des Problems, wie Kunst im öffentlichen Raum künftig als Teil einer sich verändernden Erinnerungs- bzw. Gedenkkultur zeigt.
"Ist für die Nachgeborenen der dritten oder vierten Generation das Erinnern an die nationalsozialistische Diktatur und das Gedenken an die Opfer im Abstand vieler Jahrzehnte noch sinnvoll oder gar notwendig? Es gibt viele Gründe dafür.
Geschichte ist niemals nur Vergangenheit, denn sie wirkt auf vielfache Weise fort. Alles, was einmal geschah, kann sich wiederholen.
Auch die Katastrophe des Nationalsozialismus, die in den Zweiten Weltkrieg führte, Völkermorde verursachte und im Zweiten Weltkrieg etwa 55 Millionen Menschenleben forderte. Der Versuch rechter Populisten und Extremisten, Parolen der Ausgrenzung, die einst in die Katastrophe führten, als neue Ideen zu verkaufen, und die Tendenz, die Geschichte zu verharmlosen oder umzudeuten und damit fortwirkendes Leid zu ignorieren – auch das ist ein Argument für das Erinnern."2